Eiskunstlauf Olympia 2026: Wie Alysa Liu & Ilia Malinin die Herzen der Fans erobert haben
Am Ende ihrer Kür streckt sie selbstbewusst den Finger in die Luft und strahlt über das ganze Gesicht. Alysa Lius Gold-Kür war geprägt von Emotionen und Authentizität. Die Performance hat einmal mehr gezeigt, wieso Eiskunstlauf bei Olympia 2026 eine globale Faszination ausgelöst hat. Wie Alysa Liu und der Quadgod Ilia Malinin ein weltweites Publikum in ihren Bann gezogen haben, erfahrt ihr hier.

Die Eiskunstlaufwettbewerbe haben bei den Olympischen Spielen 2026 für weltweite Faszination gesorgt. © Wikipedia
Vom Nischensport zum globalen Hype
Die Olympischen Spiele 2026 sind vorbei und viele Olympia-Fans fragen sich, wie sie ihre Abende nun verbringen sollen. Denn die Spiele haben weltweit für Begeisterung gesorgt und die Menschen in ihren Bann gezogen. Eine Sportart scheint dabei für besonders viel Faszination gesorgt zu haben: Eiskunstlauf.
Moderne Musik, authentische Charaktere und Sprünge wie von einem anderen Stern. Gleich zu Beginn der Olympischen Spiele löste der Eiskunstlauf-Teamwettbewerb einen regelrechten Hype aus. Im Zentrum: Weltmeister und Quadgod Ilia Malinin (21) sowie die strahlende Alysa Liu (20).
Die Ausnahmesportler trugen mit beinahe makellosen Darbietungen einen großen Teil zum Sieg des US-Teams im Eiskunstlauf-Teamwettbewerb bei. Das sollte jedoch nicht ihre einzige Sternstunde bleiben.
Quadgod Ilia Malinin: Unter Druck zerbrochen & wieder aufgestanden
Quadgod, Jahrhunderttalent oder Ausnahmesportler. Nach seinem grandiosen Auftritt beim Teamwettbewerb wurde Ilia Malinin weltweit gefeiert. Der junge Eiskunstläufer riss mit seiner Kür zahlreiche Zuschauer von den Rängen. Er baute unter anderem einen Backflip in seine Performance ein:
Viele Zuschauer hatten diesen Sprung noch nie zuvor gesehen, denn er war lange Zeit verboten gewesen, da er als zu gefährlich eingestuft worden war. Seit 2024 ist er wieder erlaubt, wird aber nicht als technisches Element gewertet. Beim Teamwettbewerb machte Malinin plötzlich einen Rückwärtssalto. Es folgten unzählige Memes und Videos in den sozialen Medien.
Plötzlich stand Malinin, der amtierender Eiskunstlaufweltmeister ist, im weltweiten Fokus. Bei der Kür zum Weltmeistertitel im März 2025 brach er seinen eigenen Weltrekord und zeigte insgesamt sieben Vierfachsprünge. Bis dato ist Malinin der einzige Eiskunstläufer, der jemals den vierfachen Axel in einem Wettbewerb zeigte. Daher auch sein Spitzname Quadgod.
Wurde der Druck zu groß?
Nach seinem Erfolg mit dem US-Team waren die Erwartungen an Malinin riesig. Er galt als der Topfavorit im Einzelwettbewerb der Männer. Nach dem Kurzprogramm lag er mit riesigem Abstand vorn und kam der Goldmedaille sehr nah. Die Kommentatoren im deutschen Fernsehen brachten sogar einen möglichen neuen Gesamtweltrekord ins Spiel.
Was dann in der Kür folgte, war für viele Fans von Malinin nur schwer anzusehen. Gleich zu Beginn seiner Kür wirkte Malinin verunsichert und musste den vierfachen Axel abbrechen. Auch weitere Sprünge gelangen dem jungen Eiskunstläufer nicht wie geplant und er stürzte sogar mehrfach.
Ihm standen die Enttäuschung und der Schmerz über die Performance schon während der Kür ins Gesicht geschrieben. Anschließend hielt er sich die Hände vor das Gesicht und lief mit Tränen in den Augen vom Eis.
Für viele Zuschauer war klar: Malinin konnte dem Druck und den übermenschlichen Erwartungen an ihn nicht standhalten. Er beendete den Einzelwettbewerb nur auf Rang 8 und verpasste die Medaille somit deutlich.
Comment by u/cupcake_island from discussion in popculturechat
Übersetzung: Zunächst einmal kann ich mir nicht vorstellen, unter welchem wahnsinnigen Druck man als Nachkomme zweier Olympioniken steht. Dann die Art und Weise, wie über ihn gesprochen wurde, wie er als einer der Hauptakteure dieser Olympischen Spiele hochgejubelt und aufgeblasen wurde… Es sah so aus, als hätte er Nervenflattern. Er brach zusammen und versuchte, seine Fassung wiederzugewinnen, schaffte es aber nicht ganz. Er ist jedoch noch jung. Mit der richtigen Unterstützung und der nötigen Willenskraft wird er das schon schaffen.
Es wurde eine Debatte über die mentale Gesundheit von Athletinnen und Athleten losgetreten. Denn es ist bei Weitem kein Einzelfall, dass insbesondere junge Sportlerinnen und Sportler unter einem massiven Druck stehen, der von den Medien immer weiter aufgebaut wird – ohne Rücksicht auf die Gesundheit der Betroffenen.
Was auf Malinins missglückte Kür folgte, waren Hasskommentare und noch mehr Druck durch die Öffentlichkeit. Er teilte ein emotionales Statement in den sozialen Medien:
Übersetzung: Auf der größten Bühne der Welt kämpfen diejenigen, die nach außen hin am stärksten wirken, möglicherweise innerlich mit unsichtbaren Problemen. Selbst deine glücklichsten Erinnerungen können durch den Lärm getrübt werden. Hasserfüllte Online-Angriffe greifen den Geist an und die Angst lockt ihn in die Dunkelheit, egal wie sehr du dich bemühst, trotz des endlosen, unüberwindbaren Drucks bei Verstand zu bleiben. All das sammelt sich an, während diese Momente vor deinen Augen vorbeiziehen, was zu einem unvermeidlichen Zusammenbruch führt. Das ist diese Version der Geschichte.
Malinin kämpft sich beim Schaulaufen zurück
Für Ilia Malinin dürften die Olympischen Winterspiele 2026 eine Achterbahnfahrt der Gefühle gewesen sein. Auf den Gewinn der Goldmedaille im Team folgte die Enttäuschung im Einzelwettbewerb. Anstatt mit dieser Niederlage nach Hause zu fahren, lief Malinin am vorletzten Tag der Spiele beim Schaulaufen.
Bei dieser Exhibition verabschieden sich die Eiskunstläufer traditionell von den Olympischen Spielen. Für diese Performance gibt es keine Punktevergabe und überhaupt keine Bewertung.
Als Ilia Malinin das Eis betrat, standen die Zuschauer von ihren Plätzen auf und begrüßten den Eiskunstlauf-Superstar mit tosendem Applaus. Was folgte, war eine mitreißende Kür gegen Druck und Hass:
Malinin performte in einer schwarz-weißen Baggy-Jeans und einem grauen Hoodie, auf dem das Wort Fear (deutsch: Furcht) zu lesen war. Die Kür begann nicht mit dramatischer Musik. Sie begann mit Malinin, der symbolisch auf einem Handy scrollte und sich vor Blitzlichtgewitter versteckte. Er setzte sich sogar die Kapuze seines Hoodies auf und hielt sich schützend die Hände über den Kopf – eine Botschaft an seine Hater.
Für das Schaulaufen suchte er sich das Lied Fear von Rapper NF aus. Wie er später verrät, kann er sich mit dem Text des Liedes identifizieren und spürt die erwähnten Emotionen tagtäglich.
Und da war sie plötzlich wieder: die Leichtigkeit, mit der Malinin in den vergangenen Jahren die internationale Eiskunstlauf-Szene begeistert hatte. Er glitt über das Eis und verarbeitete all das, was in den Tagen zuvor geschehen war. Mit seiner emotionalen Performance riss Malinin die Zuschauer mit und sorgte für Standing Ovations.
Auch dieses Mal verließ er das Eis mit Tränen in den Augen. Doch es hatte den Anschein, als hätte Malinin mit seinem ergreifenden Auftritt die verpatzte Kür verarbeitet und all den Druck, den Lärm und die Dunkelheit hinter sich gelassen.
Alysa Liu gewinnt Gold & steckt mit ihrer Lebensfreude an
Für viele Menschen hat sie sich in kürzester Zeit zu einem echten Vorbild entwickelt. Alysa Liu hat bei den Olympischen Spielen 2026 die Herzen der Zuschauer im Sturm erobert. Mit ihrer quirligen und authentischen Art hat sie ein Millionenpublikum begeistert und gleichzeitig ein Zeichen gesetzt.
Auch Liu hat im Teamwettbewerb Gold mit der Mannschaft der USA gewonnen. Am 19. Februar trat sie dann im Einzellauf der Frauen an. Dieses Mal waren alle Augen nur auf sie gerichtet.
Liu lief mit einem breiten Grinsen aufs Eis, ehe ihre Kür begann:
Sie stand mutige Sprünge und schwere Kombinationen. Nach wenigen Minuten ging die klassische Musik in Disco-Beats über und Liu brachte die Halle zum Beben. Sie glitt grinsend über das Eis und wirkte befreit. Ihre Kür war von einer unglaublichen Leichtigkeit geprägt.
Im letzten Drittel der Kür wurde die Musik immer schneller und poppiger. Liu tanzte wild über das Eis und es wirkte, als hätte sie den Spaß ihres Lebens. Nach dem letzten Beat streckte sie selbstbewusst den Finger in die Luft und wirbelte frech ihren bunten Zopf durch die Luft. Von ihren Lippen war abzulesen: Was that fun (Deutsch: Hat das Spaß gemacht).
Auch die Zuschauer sind von ihrer Performance begeistert:
Comment by u/magicbeaned from discussion in WinterOlympics2026
Übersetzung: Ich habe noch nie jemanden gesehen, der unter dem Druck der ganzen Welt steht und dabei so entspannt wirkt. Der wahre Gewinn für sie ist nicht die Goldmedaille, sondern der Spaß am Eiskunstlaufen.
Liu erhielt für ihre Kür 150 Punkte und gewann in der Gesamtwertung die Goldmedaille. Anschließend stand sie strahlend auf dem Podium und ließ sich von den Zuschauern feiern.
Unkonventioneller Weg zum Erfolg
Es ist nicht nur Lius Freude am Eiskunstlaufen, sondern auch ihr ganz besonderer Weg zum Erfolg, der sie für viele Menschen zu einer Heldin macht. Denn vor vier Jahren hörte sie nach dem sechsten Platz bei den Olympischen Spielen 2022 mit dem Eiskunstlauf auf. Sie hatte schlichtweg keine Freude mehr daran.
2024 entschied sie sich dann, wieder aufs Eis zurückzukehren. Und zwar unter ihren eigenen Bedingungen.
Sie wollte sich nicht mehr vorschreiben lassen, zu welcher Musik sie tanzen soll, welche Outfits sie tragen darf und welche Haarfarbe sie haben soll. Kein Trainer sollte ihr mehr sagen, was sie essen dürfe und was nicht. Wie viel oder wenig sie trainiert, welche Kür sie darbietet und alle weiteren Punkte sollten allein von ihr beantwortet werden. Das war der Deal.
Ihr Trainer ließ sich darauf ein und überließ ihr freie Hand bei allen Entscheidungen. Genau diese unkonventionelle Mentalität scheint für Alysa Liu der Schlüssel zum Erfolg gewesen zu sein. Als sie zu Disco-Beats mit ihrem Markenzeichen, ihrem Halo-Haar, über das Eis glitt, konnten alle Zuschauer auf den ersten Blick erkennen, dass es sich um eine authentische Kür handelt, die Liu bis in die Kufen spürte.
Sie pfeift auf Vorgaben, hat eine wilde Frisur und tut einfach das, was sie möchte. Das macht sie vor allem für jüngere Zuschauer sehr nahbar.
Inzwischen sind die Olympischen Winterspiele 2026 beendet und Liu hat während der zweiwöchigen Spiele mehr als 4 Millionen Follower in den sozialen Medien dazugewonnen. Sie gibt Interviews und ist aktuell ein gefragter Star in den USA.
Ist 2026 der Wendepunkt im Eiskunstlauf?
Die Olympischen Spiele 2026 dürften nicht nur für die Eiskunstläufer selbst, sondern auch für die ganze Sportart einiges verändert haben. Die Kombination aus Hochleistungssport, Kunst und Pop scheint bei vielen Menschen einen Nerv getroffen zu haben. Authentische Charaktere wie Ilia Malinin und Alysa Liu sorgen für zusätzliche Faszination.
Was können wir in den kommenden Monaten und Jahren also erwarten? Es ist gut möglich, dass die Begeisterung bei vielen Menschen anhält und sie den Sport weiterhin verfolgen möchten.
Eine gute Gelegenheit dafür wird es bereits im März geben. Vom 24. bis zum 29. März finden in Prag die Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften 2026 statt. Die besten Eiskunstläufer der Welt werden sich in den Kategorien Frauen, Männer, Paarlaufen und Eistanzen messen.
Bei den Weltmeisterschaften könnt ihr euch natürlich auf Alysa Liu und Ilia Malinin freuen. Auch weitere Medaillengewinner wie Michail Schaidorow (21), Yūma Kagiyama (22) und Kaori Sakamoto (25) werden in Prag dabei sein.
von
Stadion-Ranking 2025/26: Welches ist das bestbewertete Fußballstadion in Deutschland?
Deutschland gegen Slowakei: Analyse des entscheidenden Qualifikationsduells
History in der Hauptstadt: Vorschau auf das NFL‑Spiel in Berlin