Zwischen Hoffnung und Fragezeichen: Wo Deutschland vor der WM wirklich steht
Die deutsche Nationalmannschaft hat ihre zwei Testspiele gegen die Schweiz und Ghana gewonnen. Soweit die guten Nachrichten. Doch die Elf von Julian Nagelsmann scheint zweieinhalb Monate vor dem Start der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 noch vor vielen Herausforderungen zu stehen. Wir analysieren die beiden Siege und blicken auf die Baustellen.

In knapp zweieinhalb Monaten startet die WM – bis dahin sind noch einige Fragen offen.
Zwei Siege mit vielen Fragezeichen
Die DFB-Elf hat ihre Testspiele gegen die Schweiz und Ghana gewonnen. Damit ist die Nationalmannschaft seit Anfang Juni 2025 ungeschlagen. Doch trotz der zwei Siege bleiben auch noch viele Fragen offen, denn überzeugend waren die Spiele nicht.
Wildes Spiel gegen die Schweiz
Am vergangenen Freitag (27. März) hat Deutschland mit 4:3 gegen die Schweiz gewonnen. Im St. Jakob-Park in Basel war es vor allem Florian Wirtz (22), der den Unterschied gemacht hat. Er war an allen Toren beteiligt und schoss selbst zwei Traumtore, die seine ganze Qualität bewiesen.
Während der Fokus nach dem Spiel vor allem auf Wirtz lag, hat das Spiel aber auch die Schwächen der deutschen Nationalmannschaft offenbart. Denn das Team hat drei Gegentore kassiert, die auf massive Probleme in der Abwehr zurückzuführen sind.
Last-Minute-Sieg gegen Ghana
Montagabend fand dann das zweite Testspiel statt. Das Spiel Deutschland – Ghana endete mit 2:1. Kai Havertz (26) brachte die DFB-Elf mit einem Elfmeter in Führung, ehe Abdul Fatawu Issahaku (22) in der 70. Minute den Ausgleich erzielte. Es war dann ausgerechnet der viel diskutierte Deniz Undav (29), der in der 88. Minute den Siegtreffer schoss.
Insgesamt zeigte das Team aber alles andere als eine Glanzleistung. Dieses Mal war es vor allem die Chancenverwertung, die nicht passte. Im Sturm ging nicht viel und auch die Abwehr saß wieder nicht fest im Sattel.
Während Fußball-Deutschland sich über den Sieg freut, gibt es überraschende Neuigkeiten aus Ghana: Nationaltrainer Otto Addo (50) wurde gefeuert. Anscheinend hat sich der ghanaische Fußball-Verband (GFA) nur wenige Stunden nach Abpfiff dazu entschieden, sich von Addo zu trennen. Das könnte rund zweieinhalb Monate vor der WM eine folgenschwere Entscheidung sein.
Probleme in Defensive & Angriff
Die zwei Testspiele gegen die Schweiz und Ghana haben viele Erkenntnisse geliefert. Diese könnte Julian Nagelsmann (38) nutzen, um der Mannschaft vor der WM den letzten Feinschliff zu verleihen. In den Augen vieler Fans hat er noch einige Baustellen.
Schwächen in der Abwehr könnten zum Problem werden
Im Spiel gegen die Schweiz war die deutsche Abwehr wackelig. Gleich zweimal geriet das Team in Rückstand und machte es den Schweizern dabei wirklich leicht. Bundestrainer Julian Nagelsmann bezeichnete die Treffer nach dem Spiel sogar als vermeidbar.
Beide Gegentore entstanden nach leichtsinnigen Fehlpässen von Nico Schlotterbeck (26). Auch der Rest der deutschen Hintermannschaft sah dabei alles andere als sicher aus.
Gegen die Schweiz setzte Nagelsmann auf David Raum (27), Jonathan Tah (30), Nico Schlotterbeck und Joshua Kimmich (31) in der Abwehr. Am Montag ließ er gegen Ghana anstelle von Raum den Newcomer Nathaniel Brown (22) spielen. Es scheint, als stünde die finale Aufstellung noch nicht.
Und auch auf der Torwartposition sieht es alles andere als rosig aus. Nach dem Rücktritt von Manuel Neuer (40) standen zuletzt Oliver Baumann (35) und Alexander Nübel (29) im Tor. Beide konnten nicht wirklich überzeugen und haben erst wenige Spiele im DFB-Trikot absolviert.
Bis zum Start der WM 2026 muss sich also definitiv etwas tun. Eine Abwehr, die nicht eingespielt ist, könnte spätestens in der K.o.-Phase zu einem großen Problem werden.
Chancenverwertung muss besser werden
Nicht nur die Abwehr bereitet den deutschen Fans Sorge, sondern auch die Offensive. Im Spiel gegen Ghana war das deutsche Team vor allem in den ersten 25 Minuten überlegen, konnte aber keinen Treffer erzielen. Nick Woltemade (24) und Kai Havertz ließen viele Chancen aus und brachten den Ball einfach nicht über die Torlinie.
Während im Mittelfeld spritzige Spieler wie Florian Wirtz oder Lennart Karl (18) für Hoffnung sorgen, könnte der Sturm bei der WM ein Problem werden. Woltemade erlebt bei seinem neuen Verein Newcastle United eine schwierige Saison und wartet seit Mitte Februar auf ein Tor. Havertz war hingegen lange verletzt und muss erst wieder zu alter Form finden.
Deniz Undav und Niclas Füllkrug (33) haben bisher nur wenige Chancen bekommen, sich bei der Nationalmannschaft zu zeigen. Wer es im deutschen Sturm richten soll, ist also fraglich.
WM-Kader wird am 12. Mai bekannt gegeben
- Julian Nagelsmann wird seinen endgültigen WM-Kader am 12. Mai 2026 um 13.00 Uhr verkünden.
- Nagelsmann darf 26 Spieler für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 nominieren.
- Ein genauer Ort für die Bekanntgabe wurde noch nicht veröffentlicht. Vermutlich wird es eine Pressekonferenz dafür geben.
- Am 25. Mai wird dann das Trainingslager in Herzogenaurach bezogen. Am 2. Juni fliegt das Team für zwei weitere Testspiele nach Chicago.
- Am 8. Juni bezieht die DFB-Elf ihr Quartier in North Carolina.
Diese Spieler könnten bei der WM den Unterschied machen
Nach den zwei Testspielen musste die deutsche Mannschaft einiges an Kritik einstecken. Neben den verschiedenen Baustellen, gab es in den zwei Partien aber auch viele positive Entwicklungen. Einzelne Spieler haben Glanzleistungen gezeigt und damit die Hoffnung auf eine erfolgreiche WM geschürt.
Diese Spieler könnten bei der WM entscheidende Rollen im deutschen Team spielen:
- Joshua Kimmich: Kimmich ist seit 2024 der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft und nimmt damit eine sehr wichtige Rolle ein – sowohl auf dem Platz als auch hinter den Kulissen. Entscheidend wird sein, ob Kimmich die Mannschaft vereinen und anführen kann. Denn der Zusammenhalt ist bei einem so wichtigen Turnier wie der Fußball-Weltmeisterschaft von großer Bedeutung.
- Florian Wirtz: Gegen die Schweiz zeigte Wirtz eine Spitzenleistung mit vier (!) Torbeteiligungen. Obwohl Wirtz bei seinem neuen Verein, dem FC Liverpool, einen schweren Saisonstart hatte, scheint er sich immer mehr zu finden. An einem guten Tag kann Wirtz mit seiner individuellen Klasse den Unterschied machen.
- Jamal Musiala: Nach seiner schweren Verletzung bei der Klub-WM im vergangenen Sommer arbeitet Musiala seit einigen Monaten an seiner Form. Er gab im Januar sein Comeback und kämpft sich langsam wieder zurück. Bisher scheint er noch nicht an seine gewohnte Leistung anknüpfen zu können. Die Chancen stehen jedoch gut, dass er bis zum Start der WM wieder sein Top-Niveau findet.
- Lennart Karl: Gegen die Schweiz gab Lennart Karl sein Länderspieldebüt. Der Youngster vom FC Bayern fügte sich direkt in die Mannschaft ein. Mit seiner schnellen und spritzigen Spielweise sorgte er für ordentlich Wirbel im deutschen Angriff. Mit dieser Leistung hat er sich definitiv um einen Platz im WM-Kader beworben.
- Jonathan Tah: In den Testspielen gegen die Schweiz und Ghana hat Jonathan Tah in der Abwehr stark gespielt. Während seine Mitspieler wackelig wirkten, strahlte Tah Ruhe und Sicherheit aus. Bis zur WM könnte er der neue Abwehr-Chef werden und eine tragende Rolle in der deutschen Hintermannschaft einnehmen.
- Oliver Baumann: Derzeit sieht es danach aus, als würde Oliver Baumann bei der WM die Nummer 1 im Tor werden. Baumann spielt bei der TSG Hoffenheim und absolvierte gegen die Schweiz sein elftes Länderspiel. Als Torwart ist er der Rückhalt der Mannschaft und nimmt somit eine wichtige Rolle ein.
Viele Spieler scheinen aktuell in guter Form zu sein und könnten die deutsche Nationalmannschaft beflügeln. Wenn Wirtz, Karl und Co. diese Form bis zur WM halten oder sogar steigern können, könnte das einen Aufschwung für das ganze Team einläuten.
Die Mentalität des Teams scheint derzeit gut zu sein. Alle Spieler haben gegen die Schweiz und Ghana leidenschaftlich gespielt und die Aufgaben ernst genommen. Langweilige Testspiele ohne Kampfgeist, wie man sie aus den vergangenen Jahren kennt, scheinen Geschichte zu sein.
Buchmacher sehen Deutschland nicht als Favoriten an
Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 startet am 11. Juni 2026. Ihr habt schon jetzt die Möglichkeit, auf den Sieger des Turniers zu wetten. Bei allen großen Buchmachern findet ihr Wetten auf die Fußball-WM.
Deutschland zählt aktuell nicht zu den Favoriten und scheint nur Außenseiterchancen zu haben. Stattdessen gelten Spanien, England und Frankreich als Favoriten auf den WM-Titel:
- Spanien: 5,50
- England: 7,00
- Frankreich: 7,50
- Brasilien: 9,00
- Argentinien: 9,00
- Portugal: 11,00
- Deutschland: 15,00
- Niederlande: 21,00
Könnte es für die DFB-Elf am Ende sogar ein Vorteil sein, nicht als Favorit zu gelten? Der Druck durch die Fans und Medien bei einer Fußball-Weltmeisterschaft kann enorm, ja sogar überwältigend, sein. In der zweiten Reihe zu stehen, während der Fokus auf anderen Teams liegt, könnte mehr Leichtigkeit bringen.
Trauen die Fans dem deutschen Team den Titel zu?
Wenn es um Fußball geht, gibt es in Deutschland viele Meinungen. Das war schon immer so. Und auch vor der WM diskutieren die Fans darüber, wie die Chancen für die DFB-Elf stehen und wie weit sie kommen könnte.
In einem Punkt ist man sich einig: Die Gruppenphase sollte kein Problem für das Team von Julian Nagelsmann werden. Die Gegner in Gruppe E sind Curaçao, die Elfenbeinküste und Ecuador. Danach könnte es jedoch knapp werden.
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Auf die Gruppenphase folgt das Sechzehntelfinale. Entscheidend wird, ob Deutschland die Gruppe als Erster, Zweiter oder sogar Dritter abschließt. Als Gruppensieger würde das deutsche Team auf einen der besten Drittplatzierten treffen – das dürfte voraussichtlich eine machbare Aufgabe werden.
Schließt Deutschland die Gruppe auf Platz 2 ab, wären mögliche Gegner Frankreich, Senegal oder Norwegen. Als Gruppendritter würde Deutschland auf einen der Gruppensieger treffen. Begegnungen mit Brasilien, Spanien oder England könnten drohen.
Die Fans trauen der deutschen Mannschaft das Weiterkommen bis ins Achtelfinale oder Viertelfinale zu:
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Der Knackpunkt dürften die anderen Topmannschaften im Turnier werden – ähnlich wie bei der EM 2024, als Deutschland nicht gegen Spanien gewinnen konnte. Ein ähnliches Szenario könnte sich auch bei der WM wiederholen.
Letzte Testspiele Ende Mai
Bevor die deutsche Mannschaft am 14. Juni in die Fußball-Weltmeisterschaft startet, werden noch zwei letzte Testspiele stattfinden. Diese Termine solltet ihr euch notieren:
- Sonntag, 31.05.2026, 20:45 Uhr: Deutschland – Finnland
- Samstag, 06.06.2026, 20:30 Uhr: USA – Deutschland
Die beiden Spiele werden die letzte Gelegenheit sein, vor der WM einen Blick auf die Nationalmannschaft zu werfen. Am 14. Juni wird es dann ernst, wenn Deutschland ab 19 Uhr gegen Curaçao spielt.
Der WM-Countdown läuft
Es sind nur noch zweieinhalb Monate, bis die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Mexiko-Stadt eröffnet wird. Das Eröffnungsspiel wird am 11. Juni ab 21 Uhr zwischen Mexiko und Südafrika ausgetragen.
Bis dahin warten noch einige Aufgaben auf Julian Nagelsmann. Es gilt, die offenen Personalfragen zu klären und eine Stammmannschaft zu formen. Verbesserungen in der Abwehr und der Chancenverwertung sind nötig, um bei der WM mit anderen Spitzenmannschaften mithalten zu können.
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